AVIS-IBIS

Birds of Indian Subcontinent

Circannuale Periodik bei Grasmücken

Publication Type:Journal Article
Year of Publication:1972
Authors:Berthold, P, Gwinner, E, Klein, H
Journal:Journal of Ornithology
Volume:113
Issue:2
Date Published:1972
ISBN Number:2193-7192
Keywords:Alle, Sylvia, Sylvia borin, Sylviidae
Abstract:Zusammenfassung 1.29 Gartengrasmücken (Sylvia borin) und 27 Mönchsgrasmücken (S. atricapilla) , zum größten Teil handaufgezogen, sind 3 Jahre lang in 3 konstanten Licht-Dunkel-Verhältnissen (LD 10 : 14, LD 12 : 12 und LD 16 : 8) gehalten und auf die Jahresperiodik des Körpergewichtes, der Nachtunruhe und der Mauser untersucht worden. Mit Ausnahme von 5 Mönchsgrasmücken und 4 Gartengrasmücken haben alle Vögel eine endogene Jahresperiodik in wenigstens einem der 3 untersuchten Vorgänge gezeigt. Die mittlere Dauer der endogenen Periodik ist bei beiden Arten mit ungefähr 320 Tagen erheblich von der Dauer des natürlichen Jahres abgewichen, womit nachgewiesen ist, daß die untersuchten Rhythmen nicht durch unkontrollierte jahresperiodische Umweltfaktoren verursacht worden sind. Sie können deshalb circannual genannt werden.2.Bei den Gartengrasmücken hat die Periodik aller 3 Vorgänge unter allen Versuchsbedingungen über die gesamte Versuchszeit von 3 Jahren fortbestanden. Die Mönchsgrasmücken sind hingegen im LD 16 : 8 vom Ende des 2. Versuchsjahres an im Hinblick auf alle 3 Vorgänge arhythmisch gewesen. Nur bei wenigen Mönchsgrasmücken ist eine Periodik des Körpergewichtes über die gesamte Versuchszeit angedeutet gewesen, obwohl freilebende SW-deutsche Mönchsgrasmücken während des Wegzuges regelmäßig ihr Körpergewicht erhöhen. Diese und andere ähnliche Beobachtungen sprechen dafür, daß die endogene Kontrolle der untersuchten jahresperiodischen Vorgänge bei der Mönchsgrasmücke weniger starr ist als bei der Gartengrasmücke und daß die endogene Periodik unter Langtagbedingungen weniger gut zum Ausdruck kommt als unter den Bedingungen eines LD 10 : 14 und LD 12 : 12.3.Mit fortschreitender Versuchsdauer hat bei beiden Arten die Erkennbarkeit der Anfänge und Enden der untersuchten jahresperiodischen Vorgänge abgenommen. Stets ist die Periodik der Mauser am deutlichsten zu erkennen gewesen.4.Besonders gegen Ende der Versuchszeit ist es bei beiden Arten zu Änderungen der Phasenbeziehungen zwischen den untersuchten Vorgängen gekommen. Dies ist z. T. so weit gegangen, daß sich die Reihenfolge, in der diese Vorgänge normalerweise aufeinanderfolgen, umgekehrt hat. Solche Beobachtungen stehen im Einklang mit der Hypothese, daß die untersuchten Vorgänge von mehreren Rhythmen kontrolliert werden, welche unter konstanten Bedingungen ihre ursprüngliche Phasenbeziehung ändern. Verschiedene Anomalien (wie z. B. die Erneuerung des Großgefieders während Mausern, in denen normalerweise nur Kleingefieder erneuert wird) lassen sich mit einer solchen Annahme erklären.5.Während die mittlere Dauer der 2. und 3. Periode in konstanten Bedingungen in Abhängigkeit von der Art und von der Versuchsgruppe nur wenig verschieden gewesen ist, hat die Dauer der ersten Periode von der Tageslichtdauer abgehangen, in welche die Vögel überführt worden sind. Dies zeigt, daß Änderungen der Tageslichtdauer einen Einfluß auf die Phasenlage der circannualen Periodik haben.
URL:http://dx.doi.org/10.1007/BF01640500
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