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Birds of Indian Subcontinent

Beiträge zur Ethologie des Bläßhuhns ( Fulica atra L.)

Publication Type:Journal Article
Year of Publication:1957
Authors:Kornowski, G
Journal:Journal of Ornithology
Volume:98
Issue:3
Date Published:1957
ISBN Number:2193-7192
Keywords:Alle, Fulica, Fulica atra, Rallidae
Abstract:Zusammenfassung 1.Die Ethologie des Bläßhuhns wurde vom Verf. von November 1953 bis August 1955 auf Gewässern in Ost-Holstein studiert.2.Einen untrüglichen Geschlechtsunterschied bildet nur die Stimme. In allen Abstufungen der Erregung klingt der weibliche Ruf anders als der männliche.3.Bläßhühner wehren angreifende große Raubvögel (Seeadler) dadurch ab, daß sie sich auf der Wasserfläche zu dichtem Gewimmel zusammenballen und (mitunter) dem Feind gemeinsam Wasser entgegenspritzen. Am Nest überrascht, treten sie erregt das Wasser.4.Eine ererbte Abwehraktion des Bläßhuhns besteht im Abwenden oder Verbergen des durch die weiße Blässe auffallenden Kopfes.5.Die Partner pflegen schon gepaart im engeren Brutgebiet (Revier) einzutreffen. Verlobte und Ehegatten bekunden ihre Zusammengehörigkeit dadurch, daß sie sich häufig gegenseitig im Gefieder von Kopf und Hals kraulen.6.Vor der Begattung, die an Land erfolgt, treibt das ? in der Regel sein ? eine Strecke weit auf dem Wasser vor sich her. Das unmittelbare Begattungsvorspiel besteht darin, daß das aufgerittene ? mit den Zehen auf dem Rücken des ? trommelt.7.Die Reviergrenze wird gegen Nachbarn nicht nur im Pflanzengürtel, sondern auch etwa 40 m weit auf die offene Wasserfläche hinaus verteidigt. Überwinternde Paare verteidigen ihr Revier auch in der kalten Jahreszeit.8.Enten werden von Bläßhühnern aus dem Revier abgedrängt, lassen sich aber nicht endgültig vertreiben. Die Bläßhühner lernen Mutterenten als gefährliche Verteidiger einzuschätzen und greifen sie daher selten an.9.Das ? baut die Fundamente mehrerer Nester, von denen eines durch das ? zum Brutnest erkoren wird. Beide Partner stellen dieses durch Auskleiden der Mulde fertig und glätten Unebenheiten des Nestbodens durch kräftiges Trampeln.10.Für Nachgelege bestimmte Nester werden in höchstens zwei Tagen fertiggestellt. Zweite Bruten kommen in Holstein anscheinend nur vereinzelt vor.11.Die Eier werden 1–2 Stunden vor Sonnenaufgang gelegt.12.Die Bebrütung beginnt beim ersten Gelege nicht vor dem 4 ., spätestens mit dem 7. Ei; bei Nachgelegen beginnt sie stets schon mit dem 1. Ei.13.Beide Geschlechter brüten. Der prozentuale Anteil der Partner wechselt erheblich von Paar zu Paar.14.Sind nach einer Brutdauer von 23–24 Tagen alle Jungen geschlüpft, dann hält sich ein Teil an den Vater, der andere an die Mutter. Vielfach bauen die Eltern gegen Ende der Brutzeit „vorsorglich“ ein Ruhenest für die zukünftigen Jungen.15.Die Jungen beginnen von der 4. oder 5. Woche an ihre Nahrung selbständig zu suchen und nach ihr zu tauchen. Mit acht Wochen werden sie flugfähig und ganz selbständig.16.Die Zahl der Jungen je Brutpaar betrug 1954 bei 28 Gelegen 2,85, 1955 bei 52 Gelegen 3,9.17.Die selbständig gewordenen Jungen schließen sich zu lockeren Gemeinschaften zusammen, deren Glieder miteinander umherschwimmen und miteinander schlafen. Massenschlafplätze befinden sich oft in bültenreicher Ufervegetation, die trockene Fundamente bietet.
URL:http://dx.doi.org/10.1007/BF01673273
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